Nürnberg/Barfüßerkirche: Perspectivische Vorstellung des Baugerüstes. - Kupferstich, Johann Andreas Graff, 1681

Die Nürnberger Barfüßerkirche (Franziskanerkirche) wurde durch den Brand von 1671 zerstört.

„Perspectivische Vorstellung deß Baugerüstes, wie solches im Jahre 1681,
im anfang Juny, bey wieder auffrichtung
der Anno 1671, den 1. Octobris, biß auff den Chor abgebranten Barfüsser-Kirchen in Nürnberg innwenig zu sehen
gewest, und der= gestalt abgezaichnet und ins Kupffer gebracht worden,
Von Johann Andreas Graffen Mahlern, bey deme es auch zu finden“

Kupferstich : „abgezaichnet und ins Kupffer gebracht … von Johann Andreas Graff“, 1681

Darstellung/Plattenrand : 48,5 × 32,5 cm
Blatt : 53 × 38 cm

In anderen/uns zugänglichen Exemplaren findet sich im großen/oberen Bogen (oberhalb d. Storchennestes)
die gestoch. Schrift : „Templi, olim Ord: S. Francisci, è cineribus Restauratio Noribergae“

Ob es sich hier um einen Abzug „vor der Schrift“ handelt, können wir nicht mit Bestimmheit sagen.

Auf kräftigem/festen Bütten.
- In der Himmelspartie schwacher Anflug von Stockflecken.

- Bugspur in der horizontalen Mitte; entstanden offensichtl. bereits bei der Papiertrocknung (Trocknungsfalz),
biildseitig wenig merklich, verso deutlicher erkennbar.

- Im oberen Drittel des Gerüstes rechts ein kleine Roststelle

Johann Andreas Graff
(Maler, Zeichner, Kupferstecher, Verleger)
(1. Mai 1636 – Nürnberg – 6. Dez. 1701?

Zur Vita : „Erste Ausbildung in Nürnberg bei Leonhard Heberlein, danach von 1653 bis 1658 Schüler des Blumenmalers Jacob Marrell in Frankfurt a.M. Anschließend mehrjähriger Italienaufenthalt. In Rom war er Mitglied der Bentvueghels und erhielt den Beinamen Turtel Tauber. – 1665 Heirat mit Maria Sibylla Merian in Frankfurt.
1668 Übersiedlung der jungen Familie nach Nürnberg. Großformatige Kupferstiche von Graff (Artistenauftritt im Fechthaus, Innenraum der Barfüßerkirche während des Wiederaufbaus, Platz an der Jakobskirche vor dem Weißen Turm). Außerdem Mitarbeit an den Büchern seiner Frau (Blumen- und Raupenbücher). 1682 Übersiedlung der Familie nach Frankfurt zur Unterstützung der verwitweten Schwiegermutter Merian-Marrell, Pendeljahre von Graff zwischen Frankfurt und Nürnberg, Auftragsarbeiten von großformatigen Zeichnungen (Schoppershof, Gründlach). 1685/6 Übersiedlung von Maria Sibylla mit Mutter und Töchtern in eine niederländische Pietistengemeinschaft. Endgültige Trennung von Graff, der nach Nürnberg zurückkehrte.
In seinen letzten fünfzehn Lebensjahren zeichnete Graff Nürnberger Straßen und Plätze sowie Kircheninnenansichten, die der Augsburger Kupferstecher Johann Ulrich Kraus in großformatige Kupferstiche übertrug …“ (Margot Lölhöffel, in www.nuernberg.museum/)

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